Tottori #2 (Erkundungstour)

Hallo zum 2. 🙂

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Nachdem wir unsere Sachen zum Hotel gebracht hatten überlegten wir, wo wir hinfahren könnten. Uns sprang auf GoogleMaps der Begriff „Castle Ruins“ ins Auge und wir beschlossen kurzerhand dorthin zu fahren. Wir gingen zur Bushaltestelle, wo uns auf den Weg dorthin ein netter, älterer Herr angesprochen hatte. Er wollte wissen wo wir herkommen und was uns nach Tottori führt und wo wir sonst schon überall waren. Er konnte sehr gut Englisch, wir waren erstaunt. Generell sind uns die Leute hier sehr sehr freundlich gegenüber getreten, doch teilweise fühlte man sich hier wie eine Attraktion. Viele westliche Leute verirren sich wohl nicht nach hier… Dabei ist Tottori wirklich eine sehr schöne Stadt. Mit dem Bus fuhren wir ein paar Haltestellen (ältere Damen im Bus meldeten sich freundlicherweise bei uns, als wir aussteigen mussten) und den Rest gingen wir zu Fuß.

Schon von Weitem konnte man Teile einer großen Mauer sehen, hier musste es früher echt toll ausgesehen haben. Wir besuchten das Haus Jinpukaku, der Eintritt kostete ca. 1€. Das Haus war sehr westlich angehaucht, aber schön anzusehen. Leider fiel uns auf, dass das Gebäude mal wieder renoviert werden müsste, je näher wir kamen. Die Farbe an der Fassade bröckelte und auch innen drin löste sich an einigen Stellen bereits die Tapete. Wir bekamen einen englischen Guide, welchem viele Informationen über das Haus entnommen werden konnten. In den Räumen selbst stand alles nur auf japanisch beschrieben, aber das machte nichts. Vieles konnte man sich selbst zusammenreimen. Im Außenbereich des Hauses befand sich ein gepflegter Garten – sehr idyllisch. Er lud zum Faulenzen und Träumen ein.

Im Anschluss sind wir den angrenzenden Berg hinaufgestiegen, was bei der heutigen Hitze alles andere als toll war. So heiß wie heute hatten wir es bisher nicht empfunden. Der Weg in der prallen Sonne war uns zu heftig, weswegen wir einen anderen suchten, der im Schatten lag. Dort war es erträglicher, doch machten wir alles sehr gemächlich. Muss ja nicht sein, dass meine Freundin oder ich hier zusammenklappt. Oben angekommen hatte man einen weiten Blick über die Stadt und es befand sich dort ein kleines Tori, wo ein weiterer Weg wiederum nach oben führte. Auch hier wollten wir mal gucken, wohin uns der Weg bringen würde, aber wir kehrten dort um. Wir hatten zum einen keine Ahnung, wie weit und hoch wir noch auf den Berg steigen würden und zum anderen gab es dort ein Schild, was vor Bären gewarnt hat.

Wir beschlossen in Richtung Meer zu fahren und gingen zur Bushaltestelle. Busse fuhren dort mehrere, doch war leider alles in japanischen Schriftzeichen. Wir stiegen ein und fragten den Busfahrer, ob der Bus in die gewünschte Richtung fuhr – er verneinte. Dies wiederholte sich ein weiteres Mal, danach verging uns irgendwie die Lust. Entweder hatten die keine Lust sich zu verständigen oder wir waren wirklich falsch. Meiner Freundin kam die Idee eines Taxis und wir gingen zurück zu den Ruinen, wo auf der anderen Seite gegenüber ein Museum war. Ein Taxi fanden wir nicht vor, doch meine Freundin fragte im Museum, ob uns dort ein Taxi gerufen werden konnte. Es dauerte ca. 10 Minuten, dann wurden wir Richtung Meer gefahren. Ziel war das Sand Museum, welches sich dort zufällig in der Nähe befand. Da es noch geöffnet hatte, sind wir kurzerhand reingeflitzt und haben uns handgefertigte Werke aus Sand angeschaut. Leider ist es nicht gestattet, Bilder von den Skulpturen online zu stellen – deswegen nur ein paar mit Fotohintergrund.

Der Eintritt kostete ca. 5€ und das Museum ist definitiv ein Besuch wert. Im Außenbereich befand sich wie bereits beim Mt. Moiwa eine „Glocke der Fröhlichkeit“, welche wir dieses Mal läuteten.

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Danach sind wir dann in Richtung Meer gelaufen, was nicht mehr weit weg war – theoretisch. Zuerst musste wir die riesigen Sanddünen durchqueren, wo man sich wie in der Wüste vorkam. Wie ich eben las sind es die größten Dünen Japans – und wir waren dort, ohne es vorher zu wissen. Es war wirklich sehr anstrengend, durch den Sand zu laufen und die Entfernung zum Meer wollte einfach nicht weniger werden. Schon von Weitem sah man ein paar Leute auf dem höchsten Punkt der Dünen, welche die Aussicht genossen hatten. Doch uns war das nicht genug, wir wollten Meer! Also überwanden wir den Sand und blickten in die Tiefe – und ins Wasser. Die Aussicht war atemberaubend. Wir suchten uns eine Stelle, an welcher man gefahrlos zum Wasser gelangen konnte und genossen das (kühle) Nass um unsere Füße. Die Wellen waren so stark, dass ich jedem davon abgeraten hätte, weiter ins Wasser zu gehen – und tatsächlich war keine Menschenseele dort zu sehen. Entweder war es einfach kein Ort, an welchem man Baden ging oder alle wussten um die Kraft des Meeres. Wir schlenderten am Ufer entlang und genossen die frische Brise. Zum Rest des Tages war das wirklich eine Abkühlung, die sehr gut getan hat.

Ich habe keine Ahnung, wie lange wir dort waren, aber es wurde langsam dunkel. Allerdings wussten wir, dass um diese Zeit kein Bus mehr von dort fuhr und wir hatten bereits im Vorfeld überlegt, wieder mit dem Taxi zu fahren. Das wäre dann zwar teuer geworden, aber es wäre zumindest eine Möglichkeit gewesen. Doch wie ein Taxi bestellen, wenn man kein Japanisch kann? Bevor wir uns darum sorgten, mussten wir erst mal den ganzen Weg wieder zurück – und das war mehr als anstrengend. Die Dünen sind sehr hoch und lang gezogen, es dauerte eine Ewigkeit und kostete sehr viel Kraft. Wir mussten beim Aufstieg mehrere Pausen einlegen, weil wir einfach nicht mehr konnten. Irgendwann kamen wir erschöpft beim Ausgang an und suchten uns Getränkeautomaten, aus denen wir Wasser ziehen konnten. Der ganze Sand klebte an unseren Beinen und wollte wegen der Sonnencreme nicht so einfach runter gerieben werden. Wir gossen uns das Wasser über die Beine, das half zumindest ein bisschen. Dann stand noch immer die Frage nach dem Taxi im Raum und es gab mehrere Personen, die wir bitten konnten, uns eines zu rufen. Zufälligerweise kam ein Pärchen auf uns zu und setzte sich auf eine nahe gelegene Bank. Wir überlegten nicht lange und fragten sie nach dem Taxi. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich sehr überrascht und erfreut war, denn die Japaner riefen uns kein Taxi – sie spielten selber eins. Sie erzählten, dass sie ebenfalls in Richtung Tottori Bahnhof müssen und dass sie uns mitnehmen können. Wir waren wirklich sehr erfreut und auch erleichtert und bedankten uns gefühlte 100 Mal. Die Beiden waren echt nett und brachten uns in kürzester Zeit zum Bahnhof. Dort verabschiedeten wir uns und gingen in ein Restaurant. Das hatten wir uns redlich verdient. Auf den Bildern sahen die Speisen größer aus, weswegen wir immer wieder nachbestellten. Aber es war mega lecker!

Nach diesem aufregenden und doch langen Tag sind wir jetzt im Hotel und ruhen uns aus. Morgen geht es weiter nach Iwami, wo wir erneut das Meer begrüßen werden und wenn es klappt auch schwimmen gehen. Abends geht es dann mit dem letzten Zug zurück nach Osaka. Wenn ich bis dato nicht eingeschlafen sein sollte, werde ich wohl von unterwegs aus schreiben – ansonsten übermorgen.

Bis dann,

Juliane ^^/)

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2 Kommentare zu “Tottori #2 (Erkundungstour)

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